„Kuba ist ein riesiges Gefängnis und wir müssen um seine Mauern herum Alarm schlagen. Mit jeder Unterschrift, mit jedem Vortrag bringen wir Kuba der Freiheit ein Stück näher.“ Václav Havel, ehemaliger Präsident der Tschechischen Republik

31.01.2012

Auszüge aus meiner Stasi-Akte/Vortragsreihe 2012:"Die DDR-Staatssicherheit als Mentor des kubanischen Geheimdienstes"

"Inoffiziell und nicht offiziell auswertbar wurde bekannt, telefonische Verbindung mit der Botschaft der USA in der DDR aufnahm und in den Gesprächen mitteilte, dass er beabsicht, nicht mehr nach Kuba zurückzukehren......Durch den Genossen Minister und die kubanische Seite wurde festgelegt, dass der Garcia Vazquez unverzüglich auf dem Luftweg mit einer kubanischen Maschine nach Kuba zurückzuführen ist..."


11.03.87 , 17.30 Uhr vorläufige Ingewahrsamnahme auf Anordnung des Leiter der HA Untersuchung in UHA I des MfS

Information CA 11/77 601/ 87
Band 38932
14.06 10.03.87
"Ein Herr, es handelt sich dabei um den Herr, der sich bereits am 9.03.87 um 11.44 in der USA-Botschaft gemeldet hatte, meldet sich in der USA-Botschaft und spricht mit Mr. M..Rezeption der Botschaft......Der Herr bemerkt, dass es ihm um politischen Schutz geht......"

Beobachtungsbericht NR 22/87

Betrifft: "CUBANER"         Berlin, den 11.3.1987

Beobachtungsraum: 10.3.1987      8.00 Uhr-14.18 Uhr

8.00 wird die Beobachtung im Bereich Friedrich-Engelsstr. 19 aufgenommen
8.32 verlassen 2 männl. Personen das Wohnhaus F.-Engelsstr. 19 und begeben sich zur Straßenbahnhaltstelle der Linie 22.........

Beobachtungsbericht

Decknamen:" RÜCKFLUG"  für die Zeit von 9.03.87, 19.10 Uhr bis 21.30 Uhr  und am 10.3.87 von 6.30 Uhr bis 13.30 Uhr

19.10 Uhr wurde die operative Beobachtung von "Rückflug" im Flughafenhotel Berlin-Schönefeld begonnen.....


Beobachtungsbericht        Für die Zeit vom 10.03.87 16.00 Uhr bis 11.03.87
                                          16.30 Uhr


17.20 Uhr "Garcia Vazquez wurde identifiziert und unter lückenlosen Beobachtungs gestellt......"

17.47           verließ Garcia Vazquez den D-Zug....

18.05           suchte das Wohnhaus Gießerstr....

19.00           wurde festgestell, dass in der Wohnung das
                    eingeschaltet war..

23.00           verlosch in der Wohnung das Licht.......

06.12           wurde in der Wohnung das Licht eingeschaltet.......

10.55           verließ Garcia Vazquez das Wohnhaus........  

11.38           betrat   der GV über den Haupteingang das Betriebsgelände.....

                  Im folgenden Beobachtungsraum wurden die Eingänge sowie sein   Quartier auf der Gießerstraße unter Kontrolle gehalten

                 15.30 verließ GV das Gelände,15.45  ging zur Gaststätte "Cafe am    Markt", 16.08 erfolgte die Festnahme, 16.30 wurde die Beobachtung  entsprechend der Zielstellung beendet


In den achtziger Jahren arbeitete ich für die Außenstelle der kubanischen Firma Cubatecnica in Karl-Marx-Stadt/Chemnitz als Übersetzer. Politisch und juristisch war ich in dieser Funktion direkt der Botschaft unterstellt. Weiterhin war ich mitverantwortlich für die Qualifizierung kubanischer Vertragsarbeiter und für die Einhaltung des Regierungsabkommens zwischen der DDR und Kuba in den Einsatzbetrieben, wo ich als Übersetzer tätig war. Ab 1985 gehörte ich einer Arbeitsgruppe des Vertreters der kubanischen Botschaft bei der Firma Cubatecnica und des Innenministeriums (MININT) an, sehr oft war ich auch dessen Dolmetscher. Weil die kubanische Geheimpolizei mich nicht nur als Dolmetscher, sondern auch als Spitzel gegen andere Kubaner einsetzen wollte, begann ich, mich zu distanzieren.
Der Beauftragte des MININT in Karl-Marx-Stadt/Chemnitz wollte 1987 Informationen über einen Musiker haben, der in der DDR gastierte. Die Operativgruppe des MININT in Berlin hatte die Information erhalten, dass dieser Musiker bei der Rückreise nach Kuba in Kanada politisches Asyl beantragen wollte. Ich sollte ihn ausspionieren. Ich beschloß, dem Musiker zu helfen, und informierte ihn darüber, daß die Seguridad del Estado mich aufgefordert hatte, ihn zu bespitzeln.Um ihm zur Flucht zu verhelfen,nahm ich telefonisch mit der amerikanischen Botschaft in Ost- Berlin Kontakt auf. Die in der US-Botschaft eingehenden Telefongespräche wurden jedoch von der Stasi abgehört. Die MININT-Leute in der kubanischen Botschaft und die Stasi-Experten(laut  Auswertungsbericht vom 13.3.1987 der Abteilung 32 OTS) konnten meine Stimme identifizieren. Ich wurde festgenommen und in die Untersuchungshaftanstalt des MfS nach Berlin-Hohenschönhausen gebracht. Dort erlebte ich eine Woche lang Verhör auf Verhör. Am 18. März 1987 wurde ich nach Kuba abgeschoben und zunächst weiter vernommen. Auf die Haftentlassung folgten Zersetzungsmaßnahmen, Ausreise- und Berufsverbot. Nach fünf Jahren Ausreisesperre durfte ich Kuba 1992 verlassen und lebe  in Berlin als freier Journalist, Referent für Menschenrechtsbildung und Besucherreferent/Zeitzeuge der Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen. Im Februar 2000 hat mich die 51. Strafkammer des Landgerichts Berlin strafrechtlich rehabilitiert und die Entscheidung des Stadtbezirksgerichts Berlin-Mitte von März 1987 auf Antrag des MfS für rechtsstaatswidrig erklärt und aufgehoben, weil sie der politischen Verfolgung gedient hat.  Seit 2002 bin ich außerdem in der kubanischen Oppositionsbewegung aktiv und halte regelmäßig Vorträge über Menschenrechtsverletzungen in Kuba sowie zur Zusammenarbeit der kubanischen Geheimpolizei mit der Stasi .

http://www.bstu.bund.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Pressemitteilungen-2008/februar_20_2008.html

 Prof. Dr. Wolfgang Schöhl macht mit dem Filmbeitrag "Kubas unrühmliches Stasi-Erbe lebt" auf ein bekanntes deutsches Problem aufmerksam; Jorge Garcia Vazquez, der Hafterfahrungen in Kuba und Hohenschönhausen machen musste, referiert aus erster Hand zum Thema "Geheimdienste :Die DDR-Staatssicherheit als Mentor des kubanischen Geheimdienstes"    http://www.igfm.de/39-Jahreshaupt-und-Mitgliederversammlung-der-IGFM.1525.0.html

Jorge García Vazquez wurde 1959 in Havanna, Kuba, geboren. Nach Hochschulabschluss ging er als Dolmetscher für kubanische Vertragsarbeiter in die DDR. Da der kubanische Geheimdienst ihn als Informant für die Bewachung seiner Klienten anwerben wollte, nahm er Kontakt mit der amerikanischen Botschaft auf. Das führte 1987 zu seiner Verhaftung durch die Staatssicherheit der DDR und Einweisung in die zentrale Untersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen. Wegen seiner Forschungsarbeiten zu den Verbindungen der Staatssicherheit der ehemaligen DDR mit der kubanischen Staatssicherheit gilt er als anerkannter Experte für diesen Bereich.
Quelle: IGFM


04.07.2011: Kuba nach Parteitag: „Zeitenwende ohne politische Freiheit?


 Es begrüßen Prof. Dr. Jürgen Morlok, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums, und Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM. Den Eröffnungsvortrag hält Carlos Alberto Montaner, Präsident der „Unión Liberal Cubana“. Podiumsgäste sind neben Montaner Lamacil Gutierrez Romero, Mitglied der Oppositionellengruppe „Damas de Blanco“, der Menschenrechtsaktivist Jorge Luis García Vázquez und die Bundestagsabgeordnete Marina Schuster. Moderation: Martin Lessenthin.

 http://www.freiheit.org/Presseeinladungen/78c19387i1p/index.html

Veranstaltungsreihe: Diktaturen der Welt "Kuba: Zeit für Veränderung. Der gewaltlose Kampf der kubanischen  Oppositionsbewegung"

25. Juni 2011, 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Während in unserer Region die Demokratiebewegung 1989 zu einem gesellschaftlichen Neuanfang führte, ist das in den Diktaturen, die in der Seminarreihe vorgestellt werden, noch nicht gelungen. Zivile Protestbewegungen werden in diesen Ländern noch immer brutal niedergeschlagen.
Dieser ungewöhnliche Zugang zur Darstellung von Politik in Geschichte und Gegenwart soll Interesse an bürgerschaftlichem Engagement wecken, sowie über Hintergründe der Entstehung von gesellschaftlicher Repression und über die Mittel und Methoden zur Machterhaltung von Diktaturen informieren.
Referent: Jorge Vazquez, IGFM - Arbeitsgruppe Demokratie für Kuba- Berlin
Der friedliche Kampf der Opposition um die Öffnung in Kuba und die Reaktion des autokratischen Regimes. Als zukunftsweisend wird das Varela Projekt vorgestellt.

http://www.politische-bildung-brandenburg.de/veranstaltungen/kuba-zeit-f%C3%BCr-ver%C3%A4nderung

Jorge Garcia Vazquez ist gern bereit zum Thema "Kuba" zu referieren.


Vortrag 1:

"Geheimdienste :Die DDR-Staatssicherheit als Mentor des kubanischen Geheimdienstes" (120 Minuten mit Powerpoint Präsentation)
Der Vortrag ist bestens kombinierbar  mit einer Führung durch die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, ehemalige Untersuchungsgefängnis der Stastssicherheit der DDR zu buchen .

http://www.stiftung-hsh.de/

Vortrag 2: "Kuba: Zeit für Veränderung. Der gewaltlose Kampf der kubanischen Oppositionsbewegung"(90 Minuten)

Anfragen bitte an:

Kontakt: vazquez.info@gmx.de
(49) 0176 87131494
Brandenburg: Jeder 3. Staatsschützer war ein Stasi-Spitzel


Von MICHAEL SAUERBIER
Potsdam – Knapp jeder zehnte Brandenburger Polizist war einst Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit. Doch ausgerechnet in einer besonders sensiblen Abteilung hat fast jeder dritte Mitarbeiter eine Stasi-Vergangenheit: beim Staatsschutz!

17 der 56 Staatsschützer des Landeskriminalamts standen im Dienst der DDR-Geheimpolizei, antwortete das Innenministerium auf Anfrage des Landtags-Abgeordneten Danny Eichelbaum (38, CDU). Darunter „ein mit Sonderaufgaben betrauter Bediensteter mit der Besoldung A 13h, ein Kommissariats-Leiter A 11 und 15 Sachbearbeiter“.


http://www.bild.de/politik/inland/stasi/brandenburg-jeder-3-staatsschuetzer-war-ein-stasi-spitzel-22355494.bild.html

25.01.2012

Zur Erinnerung: Kuba 1978

" Die Zahl der Anfang der sechziger Jahren inhaftierten Konterrevolutionäre werde im Westen mit 30.000 angegeben....das sei übertrieben...auf dem Höhepunkt der Festnahmen im Jahr 1965 seien 
18.000 gewesen.." .."Zur Zeit gibt es in Kuba noch 3.300 im Strafvolzug befindliche Konterrevolutionäre, davon sind aber 2.300 echte Konterrevoluionäre und 1.000  eigentliche Kriminelle, z.B. wegen versuchter Flucht aus der Republik verurteilt.."

Brigadegeneral Enio Leyva Fuentes in einer Unterredung mit dem stellvertretender DDR-Innenminister Generalmajor Giel(16-22.9.1978)
BArchiv, DO 1/0.1.4./Nr. 46540 
Arbeitpapier 33/2002
Forschungsverbund SED-Staat
Die Zusammenabeit zwischen dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR(MfS) und dem Ministerium des Innern Kubas (MININT
Gerhard Ehlert
Jochen Staadt
Tobias Voigt 

28.12.2011

Stasi-Tätern geht es heute besser als den Opfern

Die dunkle Seite der Aufarbeitung: Millionen Stasi-Akten sind seit 1991 öffentlich. Aber vielen der eigentlichen verantwortlichen SED-Kader gelangen neue Karrieren.
                                        Foto: picture alliance / ZB/dpa Zentralbild
 
                                        http://www.welt.de/debatte/article13786444.html

15.12.2011

Überraschend sind in mehreren Zellen des ehemaligen DDR-Sondergefängnisses Bautzen II Wanzen entdeckt worden – mit einer interessanten Herkunftsbezeichnung.

Jedes Mittel ist recht im Kampf gegen den Klassenfeind. Nicht einmal Hilfe aus dem kapitalistischen Ausland lehnte die DDR-Staatssicherheit ab, wenn es darum ging, die echten oder vermeintlichen Interessen der SED zu schützen. Einmal mehr dürfte das ein Überraschungsfund zeigen, der jetzt bei bauarchäologischen Untersuchungen in der Gedenkstätte Bautzen II, der ehemals geheimsten Haftanstalt der DDR, gemacht wurde.
http://www.welt.de/kultur/history/article13768501/Abhoermikrofone-Made-in-Germany-im-Stasi-Knast.html?wtmc=google.editorspick

http://verbindung-ostberlin-havanna.blogspot.com/2010/02/geheimdienstnotizen-japanische.html

Stasi-Mitarbeiter bekommen keine höheren Renten

Kassel (jur). Ehemalige Stasi-Mitarbeiter haben keinen Anspruch auf höhere Renten. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Renten nach dem Durchschnittsverdienst eines DDR-Bürgers berechnet werden, urteilte am Mittwoch, 14. Dezember 2011, das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel (Az.: B 5 R 2/10 R). Eine erneute Vorlage der Rechtsfrage zum Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe lehnte der 5. BSG-Senat ab.


Geklagt hatte ein heute 85-jähriger ehemaliger Personenschützer, der beim Ministerium für Staatssicherheit (MfS) in der DDR angestellt war. Der Berliner forderte von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bund zu seiner Erwerbsminderungsrente in Höhe von 1.120 Euro monatlich weitere 826 Euro. Er habe in der Vergangenheit dafür entsprechend gearbeitet und sich Anrechte erworben.
weiterlesen:
http://www.juraforum.de/recht-gesetz/stasi-mitarbeiter-bekommen-keine-hoeheren-renten-382477

29.10.2011

Der VO des MfS in Kuba informiert 1:

1.8.1985

Gen. Wolf und Familie gesund bei angenehmen Aufenhalt in Varadero. Rückehr Havanna 31.7, Vom 1.-7.8 Aufenhalt in Santiago de Kuba .

Im Zusammenhang mit jetzt stattfindender Konferenz von zahlreichen Persönlichkeiten Lateinamerikas in Havanna wird unterschwellige Enttäuschung sichtbar, daß eingeladene Regierungsmitglieder und Staatsoberhäupter ausgeblieben sind. Auch die anfangs einkalkulierte aktive Rolle der mexikanischen Staatsführung bleibt in diesem Prozeß der Vereinigung Länder Lateinamerikas hinter den Erwartungen zurück.

BsTU
MfS-Abt X 1658

VO: Verbindungsoffizier
Wolf, Markus: Chef der DDR-Spionage bis 1986