11.03.87 , 17.30 Uhr vorläufige Ingewahrsamnahme auf Anordnung des Leiter der HA Untersuchung in UHA I des MfS
Information CA 11/77 601/ 87
Band 38932
14.06 10.03.87
"Ein Herr, es handelt sich dabei um den Herr, der sich bereits am 9.03.87 um 11.44 in der USA-Botschaft gemeldet hatte, meldet sich in der USA-Botschaft und spricht mit Mr. M..Rezeption der Botschaft......Der Herr bemerkt, dass es ihm um politischen Schutz geht......"
Beobachtungsbericht NR 22/87
Betrifft: "CUBANER" Berlin, den 11.3.1987
Beobachtungsraum: 10.3.1987 8.00 Uhr-14.18 Uhr
8.00 wird die Beobachtung im Bereich Friedrich-Engelsstr. 19 aufgenommen
8.32 verlassen 2 männl. Personen das Wohnhaus F.-Engelsstr. 19 und begeben sich zur Straßenbahnhaltstelle der Linie 22.........
Beobachtungsbericht
Decknamen:" RÜCKFLUG" für die Zeit von 9.03.87, 19.10 Uhr bis 21.30 Uhr und am 10.3.87 von 6.30 Uhr bis 13.30 Uhr
19.10 Uhr wurde die operative Beobachtung von "Rückflug" im Flughafenhotel Berlin-Schönefeld begonnen.....
Beobachtungsbericht Für die Zeit vom 10.03.87 16.00 Uhr bis 11.03.87
16.30 Uhr
17.20 Uhr "Garcia Vazquez wurde identifiziert und unter lückenlosen Beobachtungs gestellt......"
17.47 verließ Garcia Vazquez den D-Zug....
18.05 suchte das Wohnhaus Gießerstr....
19.00 wurde festgestell, dass in der Wohnung das
eingeschaltet war..
23.00 verlosch in der Wohnung das Licht.......
06.12 wurde in der Wohnung das Licht eingeschaltet.......
10.55 verließ Garcia Vazquez das Wohnhaus........
11.38 betrat der GV über den Haupteingang das Betriebsgelände.....
Im folgenden Beobachtungsraum wurden die Eingänge sowie sein Quartier auf der Gießerstraße unter Kontrolle gehalten
15.30 verließ GV das Gelände,15.45 ging zur Gaststätte "Cafe am Markt", 16.08 erfolgte die Festnahme, 16.30 wurde die Beobachtung entsprechend der Zielstellung beendet
In den achtziger Jahren arbeitete ich für die Außenstelle der kubanischen Firma Cubatecnica in Karl-Marx-Stadt/Chemnitz als Übersetzer. Politisch und juristisch war ich in dieser Funktion direkt der Botschaft unterstellt. Weiterhin war ich mitverantwortlich für die Qualifizierung kubanischer Vertragsarbeiter und für die Einhaltung des Regierungsabkommens zwischen der DDR und Kuba in den Einsatzbetrieben, wo ich als Übersetzer tätig war. Ab 1985 gehörte ich einer Arbeitsgruppe des Vertreters der kubanischen Botschaft bei der Firma Cubatecnica und des Innenministeriums (MININT) an, sehr oft war ich auch dessen Dolmetscher. Weil die kubanische Geheimpolizei mich nicht nur als Dolmetscher, sondern auch als Spitzel gegen andere Kubaner einsetzen wollte, begann ich, mich zu distanzieren.
Der Beauftragte des MININT in Karl-Marx-Stadt/Chemnitz wollte 1987 Informationen über einen Musiker haben, der in der DDR gastierte. Die Operativgruppe des MININT in Berlin hatte die Information erhalten, dass dieser Musiker bei der Rückreise nach Kuba in Kanada politisches Asyl beantragen wollte. Ich sollte ihn ausspionieren. Ich beschloß, dem Musiker zu helfen, und informierte ihn darüber, daß die Seguridad del Estado mich aufgefordert hatte, ihn zu bespitzeln.Um ihm zur Flucht zu verhelfen,nahm ich telefonisch mit der amerikanischen Botschaft in Ost- Berlin Kontakt auf. Die in der US-Botschaft eingehenden Telefongespräche wurden jedoch von der Stasi abgehört. Die MININT-Leute in der kubanischen Botschaft und die Stasi-Experten(laut Auswertungsbericht vom 13.3.1987 der Abteilung 32 OTS) konnten meine Stimme identifizieren. Ich wurde festgenommen und in die Untersuchungshaftanstalt des MfS nach Berlin-Hohenschönhausen gebracht. Dort erlebte ich eine Woche lang Verhör auf Verhör. Am 18. März 1987 wurde ich nach Kuba abgeschoben und zunächst weiter vernommen. Auf die Haftentlassung folgten Zersetzungsmaßnahmen, Ausreise- und Berufsverbot. Nach fünf Jahren Ausreisesperre durfte ich Kuba 1992 verlassen und lebe in Berlin als freier Journalist, Referent für Menschenrechtsbildung und Besucherreferent/Zeitzeuge der Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen. Im Februar 2000 hat mich die 51. Strafkammer des Landgerichts Berlin strafrechtlich rehabilitiert und die Entscheidung des Stadtbezirksgerichts Berlin-Mitte von März 1987 auf Antrag des MfS für rechtsstaatswidrig erklärt und aufgehoben, weil sie der politischen Verfolgung gedient hat. Seit 2002 bin ich außerdem in der kubanischen Oppositionsbewegung aktiv und halte regelmäßig Vorträge über Menschenrechtsverletzungen in Kuba sowie zur Zusammenarbeit der kubanischen Geheimpolizei mit der Stasi .
http://www.bstu.bund.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Pressemitteilungen-2008/februar_20_2008.html
Prof. Dr. Wolfgang Schöhl macht mit dem Filmbeitrag "Kubas unrühmliches Stasi-Erbe lebt" auf ein bekanntes deutsches Problem aufmerksam; Jorge Garcia Vazquez, der Hafterfahrungen in Kuba und Hohenschönhausen machen musste, referiert aus erster Hand zum Thema "Geheimdienste :Die DDR-Staatssicherheit als Mentor des kubanischen Geheimdienstes" http://www.igfm.de/39-Jahreshaupt-und-Mitgliederversammlung-der-IGFM.1525.0.html
Jorge García Vazquez wurde 1959 in Havanna, Kuba, geboren. Nach Hochschulabschluss ging er als Dolmetscher für kubanische Vertragsarbeiter in die DDR. Da der kubanische Geheimdienst ihn als Informant für die Bewachung seiner Klienten anwerben wollte, nahm er Kontakt mit der amerikanischen Botschaft auf. Das führte 1987 zu seiner Verhaftung durch die Staatssicherheit der DDR und Einweisung in die zentrale Untersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen. Wegen seiner Forschungsarbeiten zu den Verbindungen der Staatssicherheit der ehemaligen DDR mit der kubanischen Staatssicherheit gilt er als anerkannter Experte für diesen Bereich.
Quelle: IGFM
04.07.2011: Kuba nach Parteitag: „Zeitenwende ohne politische Freiheit?“
Es begrüßen Prof. Dr. Jürgen Morlok, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums, und Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM. Den Eröffnungsvortrag hält Carlos Alberto Montaner, Präsident der „Unión Liberal Cubana“. Podiumsgäste sind neben Montaner Lamacil Gutierrez Romero, Mitglied der Oppositionellengruppe „Damas de Blanco“, der Menschenrechtsaktivist Jorge Luis García Vázquez und die Bundestagsabgeordnete Marina Schuster. Moderation: Martin Lessenthin.
http://www.freiheit.org/Presseeinladungen/78c19387i1p/index.html
Veranstaltungsreihe: Diktaturen der Welt "Kuba: Zeit für Veränderung. Der gewaltlose Kampf der kubanischen Oppositionsbewegung"
25. Juni 2011, 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Dieser ungewöhnliche Zugang zur Darstellung von Politik in Geschichte und Gegenwart soll Interesse an bürgerschaftlichem Engagement wecken, sowie über Hintergründe der Entstehung von gesellschaftlicher Repression und über die Mittel und Methoden zur Machterhaltung von Diktaturen informieren.
Referent: Jorge Vazquez, IGFM - Arbeitsgruppe Demokratie für Kuba- Berlin
Der friedliche Kampf der Opposition um die Öffnung in Kuba und die Reaktion des autokratischen Regimes. Als zukunftsweisend wird das Varela Projekt vorgestellt.
http://www.politische-bildung-brandenburg.de/veranstaltungen/kuba-zeit-f%C3%BCr-ver%C3%A4nderung
Jorge Garcia Vazquez ist gern bereit zum Thema "Kuba" zu referieren.

Vortrag 1:
"Geheimdienste :Die DDR-Staatssicherheit als Mentor des kubanischen Geheimdienstes" (120 Minuten mit Powerpoint Präsentation)
Der Vortrag ist bestens kombinierbar mit einer Führung durch die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, ehemalige Untersuchungsgefängnis der Stastssicherheit der DDR zu buchen .
http://www.stiftung-hsh.de/
Vortrag 2: "Kuba: Zeit für Veränderung. Der gewaltlose Kampf der kubanischen Oppositionsbewegung"(90 Minuten)
Anfragen bitte an:
Kontakt: vazquez.info@gmx.de
(49) 0176 87131494

